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Bad Kötzting. Wieder einmal ließ Lothar Breinl für die 5. und 6. Klassen an der Karl-Peter-Obermaier-Volksschule den Geschichtsunterricht lebendig werden.Wie die Menschen vor 5000 bis 7 000 Jahren ihren Alltag meisterten oder welche handwerklichen Mittel ihnen dafür zur Verfügung standen, konnten die Schüler der Hauptschule Bad Kötzting am Donnerstag im praktischen Schulunterricht hautnah erfahren. Zu Gast war für einige Stunden der Steinzeit-Fachmann Lothar Breinl aus Dingolfing, der nicht nur interessant erzählte, sondern auch eine Menge Dias zeigte und Materialien vorführte, die damals verwendet wurden. Anhand einer kurzen Bilderschau erklärte Breinl eingangs, wie archäologische Ausgrabungen vor sich gehen. So zeigte er Bilder von der Grabungsstätte bei Straubing, in der eine Wohnsiedlung gefunden wurde und Aufnahmen von einigen ausgegrabenen Skeletten, bei denen Schmuckstücke und andere Grabbeigaben wie Werkzeuge oder Waffen entdeckt wurden.
Wie man solcherlei Fundstücke rekonstruiert und durch Experimentieren auch deren Funktion herausfindet, interessierte die Schüler ganz besonders. Als Beispiel diente eine Gürtelschnalle aus einer großen Mittelmeermuschel. Außerdem erläuterte Breinl, wie aus Birkenrinde der Universalkleber der Steinzeit hergestellt wurde.Besonders erfreut zeigten sich die Schüler im zweiten Teil des Exkurses, in dem es darum ging, die handwerklichen Tätigkeiten der Jungsteinzeit praktisch zu erleben. Das Wichtigste war natürlich das Feuer machen und mit Hilfe von Feuerstein und Katzengold (Pyrit) gelang es tatsächlich, Funken zu produzieren und daraus ein Feuer zu entfachen. Die zweite wichtige Handwerkstechnik war das Bearbeiten des Feuersteins, der das wichtigste Gestein in der Jungsteinzeit war. Er wurde zur Herstellung von Klingen, Schabern, Pfeilspitzen, Messern oder Bohrerspitzen verwendet. Bei den anschließenden praktischen Übungen, die teils im Werkraum, teils auf dem Pausenhof durchgeführt wurden, konnten die Schüler selbständig einige Techniken ausprobieren.So standen die Herstellung eines Steinzeitbohrers sowie eines echten Holzpfeils mit eingeklebter Steinspitze und das Zuschleifen von Muscheln für eine Kette auf dem Stundenplan.Viel zu schnell vergingen an diesem Vormittag die Schulstunden für die Klassen 5a und 6a und der Einblick in den Alltag der Steinzeitmenschen wird bestimmt noch lange in den Köpfen der Schüler haften bleibn.
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