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BAD KÖTZTING. „Noch befinden wir uns hier an unserer Schule in Bezug auf Rechtsradikalismus auf einer Insel der Seligen", eröffnete Michael Aumann, Rektor der Karl-Peter-Obermaier Hauptschule in Bad Kötzting, gestern Vormittag eine Theatervorführung der besonderen Art. In Zusammenarbeit mit Alois Nock, dem Leiter der Jugendbildungsstätte in Waldmünchen, hatte er das UE-Theater aus Regensburg an seine Schule geholt.Stefanie Boettger und Daniel Zimpel nahmen im Stück „Elly und Ingo" vom Regensburger Autor Kurt Raster die Leben zweier Menschen unter die Lupe, die an und für sich ähnliche Startbedingungen in ihren Werdegang hatten - vor allem herrische Eltern mit konservativen Lebensansichten - und dennoch völlig entgegengesetzte Leben führten. Der „Elly" lag der reale Fall der Lehrerin Elisabeth Maldaque aus Regensburg zugrunde, die 1930 unter dem Vorwand, sie verderbe Kinder, aus dem Schuldienst entfernt wurde und wenig später in einer psychiatrischen Anstalt starb. Eigentlicher Grund sei ihr Interesse für den Kommunismus gewesen, erklärte der Autor des Stücks. Darum passte sie den Nationalsozialisten schon damals nicht ins Konzept„Ingo" ist im Gegensatz dazu ein im heute lebender junger Mann. Er hat die Hauptschule ohne qualifizierenden Abschluss verlassen und hadert mit seinem Schicksal. Ähnlich wie Elly schon im Elternhaus unterdrückt, entschied er sich schon in jungen Jahren für Hass und Gewalt.Während die wahre Geschichte der Elly mit einem Nervenzusammenbruch und einem mysteriösen Tod in der Anstalt endet, erkennt „Ingo" nach und nach die Sinnlosigkeit seiner neo-nazistischen Handlungen. Weder Menschen verprügeln noch im Gefängnis zu sitzen oder das Gegröle bei Skinhead-Veranstaltungen bringen ihm das, was er im tiefsten Innersten will: ein normales Leben mit Haus und Familie.Nach dem Stück stellten viele der 150 Schüler aus den Klassen 8 bis 10 Fragen an den Autor und die Darsteller. Woher kam das Skinhead-Shirt für den „Ingo"? Das habe er sich tatsächlich von einer rechtsradikalen Internetseite besorgen müssen, erklärte Autor Kurt Raster. Weil ihm die Thematik aus persönlichen Gründen ein Anliegen gewesen sei - er hatte Nachbarn aus der rechtsextremen Szene -war es ihm den Aufwand wert. Stück bereits 40 Mal aufgeführtAußerdem wollte er mit diesem Stück auch auf das Schicksal des ersten Opfers des Nationalsozialismus, Elly Maldaque, aufmerksam machen.„Ingo"-Darsteller Daniel Zimpel erklärte außerdem, dass die Kleidung -schwere Stiefel, Bomberjacke - schon zum Selbstwertgefühl beitrügen.Das Ensemble zeigte sich nach der Veranstaltung beeindruckt vom Interesse der Schüler und den vielen Fragen. In den mehr als 40 Aufführungen des Stückes bisher sei das nicht immer der Fall gewesen.Auch darum kam vielleicht eine Frage, die noch nie gestellt wurde: „War die echte Elly denn nicht verheiratet?" Zwar wäre eine moralische Stütze sicher gut für die junge Frau gewesen, meinte der Autor - Lehrerinnen hätten in Bayern damals aber nicht heiraten dürfen.

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DER FALL ELLY MALDAQUE
o Elisabeth Maldaque war bis kurz vor ihrem Tod 1930 Lehrerin in Regensburg.
o Aus ihrem Tagebuch ist bekannt, dass sie in einem autoritären und konservativen Elternhaus aufwuchs.
o Anfangs die Erwartungen des Vater erfüllend, führte sie ein Leben, aus dem sie später auszubrechen versuchte.
o Ihr Kontakt zum kommunistischen
o Gedankengut brachte ihr noch drei Jahre vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten deren Argwohn ein.
o Bekannt wurde der Fall schon damals wegen der offensichtlichen Ungerechtigkeit, mit der Maldaque aus dem Schuldienst entlassen wurde.
o Bald darauf starb Elly Maldaque nach einem Nervenzusammenbruch in einer Anstalt
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