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Start 2008-2009 Seminar mit tschechischer Partnerschule im April 2009
Seminar mit tschechischer Partnerschule im April 2009

Bad Kötzting. Spolecne nahoru", gemeinsam hoch hinaus. So hieß der Titel des Seminars, das die beiden , 10. Klassen der Karl-Peter-Ober-maier-Hauptschule Bad Kötzting zusammen mit 24 tschechischen Schülern aus Domazlice in der Ju­gendbildungsstätte in Waldmün­chen besuchten. Begleitet wurden sie von ihren Lehrern Markus Fi­scher, Erwin Molzan und von der Sozialpädagogin Sabine Hecht.


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Gemeinsam hoch hinaus im wört­lichen Sinne mussten die Zehnt­klässler als sie im Niederseilgarten am Perlsee bei Sonnenschein, aber eisigem Wind, Teamgeist, Konzen­tration und Ausdauer beweisen soll­ten. Galt es doch in gemischten Teams aus deutschen und tschechi­schen Jugendlichen, Aufgaben zu bewältigen, deren Lösung nur durch gegenseitige Hilfe und Vertrauen zu schaffen waren. Es erforderte Ge­schick und Mut, eine fünf Meter ho­he Holzwand zu überwinden, oder sich aus zwei Metern Höhe rückwärts in die Arme seiner Mann­schaft fallen zu lassen. Höhepunkt dieses Nachmittags war ohne Zwei­fel das Ersteigen der sogenannten Himmelsleiter. Immer drei Schüler gleichzeitig mussten versuchen, über mehrere an Drahtseilen schwe­bende Balken, bis in 15 Meter Höhe empor zu klettern. Keiner konnte das allein schaffen. Wichtig war die Hilfe in luftiger Höhe: Festhalten, Hochziehen, die Hand reichen, dem anderen Mut machen. Wahrlich kei­ne leichte Aufgabe, noch dazu, wenn der Teamkollege eine andere Spra­che spricht.

Dass sie unter dem Ziel Gemein­sam hoch hinaus" auch noch etwas anderes verstanden, zeigten die Schüler, als sie zu Beginn ihre Er­wartungen formulierten und an eine Pinnwand hefteten: Neue Freunde finden", Vorurteile abbauen", mehr über den Nachbarstaat erfah­ren", ein bisschen was von der an­deren Sprache lernen" und ganz einfach Spaß haben" konnte man auf den bunten Zetteln lesen. Ob das wohl gelingen würde?

Bei den ersten Kennenlernspielen ging  es  darum,  gegenseitig  durch nonverbale Kommunikation bestim­me Signale zu vereinbaren. Bereits hier konnte der Beobachter an der heiteren Stimmung erkennnen, dass die Berührungsängste,  sofern vorhanden, nicht lange anhalten würden. Etwas ernster ging es wieder zu, als die Jungen und Mädchen der beiden Nachbarländer von den Teamern aufgefordert wurden, die ver­muteten Vorurteile der Nachbarn in i einem kleinen Sketch szenisch dar­zustellen. Ganz still wurde es bei der Präsentation der Ergebnisse:  Ein­kaufstourismus,      Rechtsradikalismus,     Prostitution,     Alkoholmiss­brauch, Geldgier wurden themati­siert.

Aber bei der anschließenden Reflektion, hervorragend moderiert; von den deutsch-tschechischen Be­treuern, machte sich dann die Ein^ sieht breit, dass die klischeehaften Bilder, die viele Deutsche und Tschechen im Kopf mit sich herum­tragen, eben doch nicht der Wirk­lichkeit entsprechen. Beim Projekt Ei" wurden die Gruppen wieder international. Ihre Aufgabe bestand darin, innerhalb einer vorgegebenen Zeit für eine bekannte Möbelfirma aus einer Packung Strohhalme und einem Meter Klebestreifen einen Verpackungsschutz für ein Ei zu produzieren.

Es musste ein Plan entworfen werden und das fertige Produkt soll­te mit einem Werbeplakat auf Deutsch und auf Tschechisch vor einer Jury präsentiert werden. Die Jugendlichen bei der Zusammenar­beit zu beobachten war eine wahre Freude. Alle Scheu war verflogen. Man musste und wollte gemeinsam etwas zustandebringen. Schließlich konnte jede Gruppe ein fertiges Pro­dukt präsentieren. Sieger war das Team, dessen Ei den freien Fall aus zwei Metern Höhe heil überstand.

Ein großes Problem zwischen Deutschen und Tschechen ist natür­lich die Sprache. Deshalb hatten es sich die Betreuer auch zum Ziel ge­setzt, die Jugendlichen auf spieleri­sche Art und Weise, für die jeweilige Nachbarsprache zu interessieren. Und so konnten die Kötzinger Schü­ler ihren Tschechisch-Wortschatz -ein paar wichtige Begriffe hatten sie schon im vorbereitenden Unterricht gelernt - tatsächlich erweitern.

Beim Grillen und bei einem Tanz­abend in der Hausdisco wurden Kontakte geschlossen. Während es in den drei Tagen durchwegs fröh­lich zuging, machte sich in den letz­ten Stunden eine eher traurige Stim­mung breit. Der Abschied nahte. Adressen wurden ausgetauscht, die Erlebnisse noch einmal auf Digital­fotos betrachtet und mit dem Lied Zadny nevi", das die Kötztinger schon fleißig geübt hatten, verab­schiedeten sie sich von den Tauser Schülern und Lehrerinnen.

Bleibt nur zu hoffen, dass solche Veranstaltungen auch in Zukunft stattfinden können und nicht, wie von den Projektleitern bereits ange­deutet, aufgrund fehlender Geld­mittel eingestellt werden.


 

 

 

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Thomas Sir Buxton: „In die Faulheit wächst man hinein. Sie bindet am Anfang mit Spinnweben und fesselt am Ende mit Ketten. Je mehr ein Mensch zu tun hat, um so mehr kann er leisten.“
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