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Mittelschüler testen Handwerksberufe Entscheidungshilfe für die spätere Berufswahl – Besuch in der Handwerkskammer
Im Bereich Holz wird eine Werkzeugkiste gebaut; Ausbilder Christian Eichinger (links) bespricht mit den Jugendlichen jeden Arbeitsschritt (links). Ausbilder Stefan Altmann zeigt den Schülern, wie die Metallteile des Handy-Halters bearbeitet werden müssen. Damit die Achtklässler die Entscheidung für den richtigen Beruf leichter treffen können, erhalten sie zahlreiche Angebote im Rahmen der Berufsorientierung. Eine Woche lang bekamen die Schüler der 8. Klassen der Mittelschule Bad Kötzting fundierte Einblicke in die gängigsten Handwerksberufe im Landkreis Cham. In diesem Jahr läuft diese Maßnahme für die 8. Klassen aller Mittelschulen im Landkreis Cham bereits zum vierten Mal. Initiiert und finanziert wird diese praktische Woche durch die Agentur für Arbeit und das Schulamt Cham. Beim Wettbewerb um den European Enterprise Award, bei dem der Landkreis mit seinen „Berufswahltagen" deutschlandweit unter den zehn besten Projekten landete, wurde diese Maßnahme der Berufsorientierung als Musterbeispiel innovativer Ausgestaltung herausgehoben. Durchgeführt wird die Orientierungswoche vom Kolping-Bildungswerk und dem Berufsbildungs- und Technologiezentrum der Handwerkskammer in Cham. Für die 8. Klassen der Karl-Peter-Obermeier-Mittelschule fand der Unterricht fernab vom Klassenzimmer statt. Über 30 Schüler der Klassen 8c und 8d fanden sich am Montag mit den Lehrkräften Martina Zelzer, Christian Neumaier und Werner Heeg in der Handwerkskammer in Cham ein. Der Leiter der Handwerkskammer, Josef Ramsauer, führte die Jugendlichen und die Lehrkräfte ins Thema „Ausbildung im Handwerk" ein. Neben den Möglichkeiten in der Ausbildung ging es auch um Weiterbildung und Aufstiegschancen. Den Schülern wurde aufgezeigt, was eine Handwerksausbildung von ihnen verlangt. Die Berufsfelder Metall, Holz, Elektro und Handel wurden deshalb ausgewählt, weil es hier im Landkreis sehr viele Ausbildungsplätze gibt. Es wird nicht mehr zwischen Männer- und Frauenberufe unterschieden, deshalb wurden die Mädchen und Burschen in allen Berufsfeldern auch gleichermaßen eingesetzt. Nachdem die Arbeitsstätten besichtigt waren, ging es ans Werk: Die Jugendlichen wurden in vier Gruppen aufgeteilt, die jeweils einen Tag in jedem Berufsfeld verbrachten. Im Elektrobereich ging es erst einmal darum, Steckerverbindungen herzustellen. Ziel der Tätigkeiten war es, unter Anleitung von Ausbilder Gerhard Vogl ein Schild mit LED-Beleuchtung herzustellen. Genauigkeit und Fingergeschick waren gefragt. Spannend war am Ende die Frage: Blinkt die auf dem Schild vorgenommene Installation? Der Bereich Handel war bislang eine Frauendomäne. In einem „Tante-Emma-Laden" konnten die Schüler unter Anleitung von Fritz Wimmer den kompletten Ablauf eines Handelsbetriebes kennenlernen. Ware prüfen, auszeichnen und verstauen stand ebenso auf dem Programm wie Kunden bedienen oder Kassieren. Im Bereich Holz fertigten die Jugendlichen eine Werkzeugkiste für den Hausgebrauch an. Ausbilder Christian Eichinger stellte den Prototypen vor und erklärte anhand einer Skizze jeden Arbeitsschritt. Vor dem Sägen, Feilen, Bohren und Schleifen wurden die Sicherheitsvorschriften im Umgang mit den Maschinen vermittelt. Im Berufsfeld Metall stellten die Jugendlichen einen Handy-Halter her. Ausbilder Stefan Altmann achtete dabei ebenso wie seine Kollegen auf eine saubere und genaue Arbeitsausführung. Die fertigen Werkstücke aus den Bereichen Metall, Holz und Elektro durften die Schüler am Ende der Woche mit nach Hause nehmen. Im Metallbereich lernten die Jugendlichen neben Arbeiten wie Feilen und Löten auch das Arbeiten mit einer modernen CNC-Fräsmaschine kennen. Dabei wurde mit unterschiedlichen Metallen wie Messing, Aluminium oder Kupfer gearbeitet. Einen Vormittag war auch Werner Lanzinger, der zuständige Berufsberater der Agentur für Arbeit, zu Gast. Er konnte sich ein Bild davon machen, was die Schüler in den verschiedenen Berufsfeldern zu leisten imstande sind. Dabei stellte er fest, dass das sofortige praktische Anwenden von neuem Wissen den meisten Schülern riesigen Spaß bereitete. In diesen Tagen stellen auch viele Lehrer immer wieder fest, dass sie ihre Schüler hier von einer ganz anderen Seite kennenlernen und neue Stärken an ihnen entdecken. Die Agentur für Arbeit finanziert diese Maßnahme auch 2011/2012 für die insgesamt über 370 Schülerinnen und Schüler der 8. Klassen aller Mittelschulen im Landkreis zu einem wesentlichen Teil. Am Freitagmittag hatten es dann alle geschafft. Neben ihren Werkstücken konnten sie auch ein Zertifikat über die erfolgreiche Teilnahme an dem Seminar in Empfang nehmen, das sie im Herbst 2012 ihren Bewerbungen beilegen können.
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