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Bad Kötzting. (mal) Seit Monaten' wird in Bayern über die Einführung der Mittelschule gesprochen. Was zunächst eine vage Äußerung des Bayerischen Kultusministers war, nimmt nun konkrete Formen an. Doch eine derartige Veränderung in der Schullandschaft - auch wenn sie oft als bloße Umbenennung kritisiert wird - muss von langer Hand geplant werden. So bereiten sich im Altlandkreis Kötzting das Schulamt mit seinem Direktor Josef Gruber, die Hauptschulen und die verschiedenen Gemeinden auf die neue Mittelschule vor.

Vielzahl von Anforderungen Ausgangspunkt aller Überlegungen sind die Forderungen, die das Kultusministerium für eine Mittelschule aufgestellt hat. So kann die Hauptschule nur dann zur Mittelschule werden, wenn sie drei berufsorientierende Zweige (Technik, Wirtschaft, Soziales) anbietet. Zudem sind ein Ganztagsangebot und die Möglichkeit zum mittleren Schulabschluss Voraussetzungen. Die Mittelschule soll außerdem mit einer Berufsschule, der regionalen Wirtschaft und der Arbeitsagentur kooperieren und ihren Schülern eine individuelle Förderung bieten. „Im Landkreis schafft es nur die Hauptschule Cham, alleine die Voraussetzungen zu einer Mittelschule zu erfüllen", erklärt Schulamtsdi-rektor Josef Gruber. Alle anderen brauchen Partner, damit sie gemeinsam als Mittelschulverbund die Anforderungen an diese Schulart erfüllen können. Im östlichen Landkreis entstehen damit zwei Verbünde: Die Hauptschulen Fürth im Wald und Neukirchen b. Hl. Blut schließen sich zum Mittelschulverbund Furth i. W./Hohenbogen winkel zusammen. Den zweiten Verbund bildet die Hauptschule Bad Kötzting zusammen mit den Volksschulen Hohenwarth und Lam.
Bürgermeister stimmen zu. Die jeweiligen Bürgermeister haben laut Aussage des Schulamtsdi-rektors ihre Zustimmung signalisiert, „natürlich, vorbehaltlich der Beschlüsse in den einzelnen Gemeindegremien". Am 5. Mai werden die geplanten Verbünde dann bei der Regierung vorgestellt.Der Zusammenschluss zu einem Mittelschulverbund bedeutet jedoch nicht die Zusammenlegung der Schulstandorte und damit die Auflösung der kleineren Schule. DasKonzept ist, dass alle Schulstandorte und alle Klassen - so weit möglich - erhalten bleiben sollen. „Alle Schüler sollen nach Möglichkeit wohnortnah beschult werden, so dass möglichst wenig Fahrtkosten entstehen", beschreibt Josef Gruber. Schulen bleiben erhalten Wenn sich beispielsweise in einer Schule im Praxisbereich Technik nur zwei Schüler melden, so dass dort keine eigene Klasse zustandekommt, dann werden die zwei Schüler für die jeweiligen Stunden an einer anderen Schule des Verbundes unterrichtet. Auch braucht nicht jede Schule im künftigen Mittelschulverbund ein Ganztagsangebot. Es muss nur innerhalb des Verbundes angeboten werden, so dass die Schüler und Eltern die Wahl haben. In der Volksschule Hohenwarth tritt schon im nächsten Schuljahr der Fall ein, dass keine 7. Klasse mehr zustande kommt. „In der jetzigen 6. Klasse sind nur 13 Schüler. Nach dieser Jahrgangsstufe gehen einige Schüler in den M-Zug ab. Das heißt, die Klassenstärke ist dann so gering, dass die restlichen Siebt-klässler nicht mehr in Hohenwarth unterrichtet werden können", erläutert Schulamtsdirketor Gruber. Diese Schüler kommen ab Herbst nach Bad Kötzting. „Die Veränderungen wären sowieso gekommen und sind nicht durch die Mittelschule bedingt", meint Gruber und verweist auf die rückläufigen Schülerzahlen an den Hauptschulen. An den einzelnen Schulen werde sich auch personell nicht viel ändern. „Die Hauptschulen im Landkreis haben in den vergangenen Jahren schon viel individuelle Förderung angeboten oder mit lokalen Unternehmen kooperiert", begründet Josef Gruber. Deshalb sei die inhaltliche Umstellung auf die Mittelschule keine große Veränderung. Auch die Finanzierung des Mittelschulverbundes erfolgt über eine Schulverbundsum-lage, die - wie bisher bei den Hauptschulverbänden - pro Kopf abgerechnet wird.
Verbund ist eigenständiger Neu ist allerdings, dass die Schulverbünde nun für ihr Stundenbudget (Lehrer, Schulleitung, Verwaltung) eigenverantwortlich sind. Das heißt, das Schulamt gibt nur den Rahmen vor, die Einteilung der Lehrerstunden oder die Klassenplanung erfolgt dann eigenständig innerhalb des Mittelschulverbundes.
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