Bei dreimonatigem Projekt lernte die 7b viel über sich und den Umgang mit anderen 
Ein „Coolness-Training“ zur Vermittlung von Schlüsselqualifikationen


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Anne Breitenbach und Verena Fiur machten sich nach erfolgreichem Abschluss ihrer zweijährigen Zusatzausbildung teilselbstständig und sind seither unter dem Namen „schlicht-weg“ (www.schlicht-weg.com) in verschiedensten Schulen sowie Jugendhilfeeinrichtungen als Trainerinnen tätig. Ihr Leitziel ist es, den Jugendlichen die Möglichkeit zu bieten, sich mit ihrem Verhalten auseinanderzusetzen, daraus Konsequenzen zu ziehen und in der Folge Verantwortung für das eigene Tun und Handeln zu übernehmen. Gewaltbereites Verhalten verstehen – aber nicht einverstanden sein!

Das Training in der Klasse 7b umfasste zehn Einheiten und wurde von November bis Januar 2011 durchgeführt. Zum Training trafen sich die Schülerinnen und Schüler jeden Mittwoch bzw. Freitag für eine Doppelstunde, um gemeinsam verschiedenste Thematiken zu beleuchten und zu bearbeiten.

Beim „Coolness-Training“ handelt es sich um eine besondere Form des sozialen Trainings. Anne Breitenbach, Verena Fiur sowie die Klassenlehrerin Evi Sperl arbeiteten mit den Schülerinnen und Schülern an einer Verbesserung des Klassenklimas, an einer Steigerung pro-sozialen Verhaltens sowie der Erweiterung von Handlungskompetenzen jedes Schülers.

Negative Verhaltensweisen wurden bearbeitet, Konfliktfähigkeit und Empathie gestärkt. Dies wurde unter anderem durch Gespräche, Rollenspiele, Visualisierungen und unterschiedlichste Gruppenaufgaben, aber auch über Provokation und Konfrontation erreicht.

Die Prämissen „Kein Ausgrenzen – Keine Beleidigungen – Keine Verletzungen“ sind den Schülern inzwischen geläufig. In dem Projekt ging es darum, diese Leitsätze auch in den allgemeinen Alltag zu übernehmen, also mittelfristig Verhaltensveränderungen anzustoßen, indem alternative Konfliktlösestrategien erarbeitet wurden.

Dabei lernten die Schülerinnen und Schüler das Modell des „Polsky Diamanten“ kennen und durchleuchteten auf dessen Grundlage die Klassendynamik. Ein wichtiges Kapitel stellte auch die „Kommunikation“ dar. Hier wurde besonders darauf eingegangen, wie Störungen in der Kommunikation entstehen können und wie darauf eingegangen werden kann.

Auch das Thema „Mobbing“ hatte in dem Training seinen Raum. Mithilfe eines sehr bewegenden Films wurden die Auswirkungen von Mobbing sehr deutlich. Es wurde herausgearbeitet, dass gerade die unbeteiligten Schülerinnen und Schüler „die Macht“ haben, eine solche Situation zu beenden. Ein wesentlicher Bestandteil des Trainings stellte auch die Selbstwahrnehmung dar, sei es im Hinblick auf seine eigenen Stärken und Schwächen oder auf die eigene Körperwahrnehmung. Dies sollte dazu beitragen, das Selbstbewusstsein der Schülerinnen und Schüler zu erhöhen.

Nach intensiver Vorarbeit zum Thema mussten sich die Schülerinnen und Schüler der Klasse 7b nochmals im Rahmen von Raumbegehungen und Provokationstests mit ihrer eigenen Haltung und der daraus resultierenden Wirkung auf ihr Umfeld auseinandersetzen. In körperbetonten Übungen und dem bewussten Hervorrufen von stressbetonten und belastenden Situationen, wurde mit den Schülern an der Abstufung von Empfindlichkeiten gearbeitet. Ziel dieser Einheiten war das Erkennen von Rollenverhalten, das Aushalten von Provokationen und die Reduzierung von Feinbildwahrnehmung. Ein besonderes Augenmerk legten die Trainerinnen auf das Einüben von Deeskalationsstrategien.

Die Schüler sollten befähigt werden, auch in bedrohlichen Situationen adäquates Verhalten zu zeigen: Gewaltvermeidung durch aktive Kommunikation bzw. Austreten aus der Rolle des Opfers. Zum Abschluss des Projektes wurde jeder Schülerin und jedem Schüler zur erfolgreichen Teilnahme am Coolnesstraining ein Zertifikat überreicht.


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