Am meisten profitiert die Stadt

Wechsel im Schulverband bringt Mehreinnahmen für Bad Kötzting


Ein Plus von 27  000 Euro Mieteinnahmen im Jahr und 10 000 Euro Gutschrift aus einer Nacherhebung von Gastschulbeiträgen: Am wenigsten hätten sich wohl die Freien Wähler träumen lassen, dass die Stadt Bad Kötzting sogar Vorteile aus der verlorenen Kampfabstimmung um den Vorsitz im Schulverband Mittelschule ziehen würde.

Hintergrund der wundersamen Geldvermehrung: Bei der Prüfung der Unterlagen haben der neue Vorsitzende, Bürgermeister Stefan Baumgartner aus Chamerau, und seine Gemeindeverwaltung Versäumnisse in der früheren Verwaltung des Schulverbands aufgedeckt, korrigiert und gleich in den neuen Haushalt eingearbeitet. Ein weiteres Ergebnis der Überarbeitung des Zahlenwerks unter Chamerauer Regie: Die Verwaltungskosten im Schulverbandsetat 2015 liegen mit 35 000 um 5 000 Euro unter dem bisherigen Ansatz, als die Stadt die Geschäfte geführt hat.

 

Haushalt verabschiedet

Nachdem die Stadt Bad Kötzting nach dem Vorsitz zum 1. März auch die Verwaltung des Schulverbands an die Gemeinde Chamerau abgegeben hat, hat deren Verwaltung gestern bereits den Haushalt zur Abstimmung vorgelegt – einige Monate früher als gewohnt. Der Verbandsetat schließt mit einem Gesamtvolumen von knapp 659 000 Euro. Davon entfallen 626 000 Euro auf den Verwaltungshaushalt und 33 000 Euro auf den Vermögenshaushalt. Bei 306 Schülern gibt sich daraus eine Verbandsumlage von 1 492 Euro je Schüler.

Diskussionsbedarf zum Haushaltsentwurf hatte die Verbandsversammlung nicht, die Beschlussfassung erfolgte einstimmig. Von Johann Aumeier kam lediglich die Anregung, die Rücklagen (aktueller Stand: 25 000 Euro) aufzulösen.

Neuer Mietvertrag

Weiteren Informationsbedarf sehen die Verbandsräte bei den Berechnungsgrundlagen für den neuen Mitvertrag mit der Stadt, der Eigentümerin des Schulgebäudes. Der bisherige Mietvertrag basiert auf den Verhältnissen von 1976 und ist lediglich fortgeschrieben worden. Sehr zur Verwunderung der Verbandsräte hat sich selbst nach der Generalsanierung an der Höhe der Miete nichts geändert. Dabei müsste die jährliche Gebäudemiete nach den aktuellen Berechnungen der Stadt von bisher 66 684,40 Euro auf 93 118 Euro steigen; das käme einer Erhöhung um 40 Prozent gleich.

„Wir haben uns seit der Sanierung Geld gespart“, stellte Vorsitzender Stefan Baumgartner ganz lapidar fest. Die gestern vorgesehene Abstimmung über den neuen Mietvertrag musste allerdings vertagt werden, weil nicht alle Fakten auf dem Tisch liegen. Beispielsweise möchte die Verbandsversammlung wissen, wie viele der insgesamt 4 372 Quadratmeter Fläche auf die Mittelschule entfallen und wie viele einer Mischnutzung unterliegen. Auch die Zuständigkeit für Reparaturen bedarf einer Festlegung. „Es geht hier um Mietsicherheit“, brachte Ludwig Klement die offenen Fragen auf den Punkt.

Lamer Winkel zahlt nach

Verwunderung allenthalben auch über die seitens der Stadt nicht erhobenen Gastschulbeiträge. Seit 2012 besuchen M 10-Schüler aus dem Lamer Winkel die Mittelschule, ohne dass ihre Herkunftsgemeinden Lam, Lohberg und Arrach zu Beiträgen herangezogen worden wären. Bis 2014 wären das 1 350 Euro je Schüler gewesen, seit 2015 sind es sogar 1 500 Euro. Weil die Beiträge noch nicht verjährt sind, hat die neue Verwaltung des Schulverbands jetzt eine Nacherhebung durchgeführt. Vorsitzender Stefan Baumgartner hatte seine Bürgermeisterkollegen im Vorfeld informiert und Verständnis erfahren. „Die haben sich schon alle gewundert, warum sie nichts zahlen müssen“, berichtete er aus den Telefonaten.

Die offenen Rechnungen belaufen sich nach Aussage des Vorsitzenden auf insgesamt 29 075 Euro und sind inzwischen beglichen. Nach Rücksprache mit der Rechtsaufsicht wird das Geld den übrigen Mitgliedsgemeinden anteilmäßig nach der jeweiligen Schülerzahl in den Jahren 2012 bis 2015 gutgeschrieben. Der Löwenanteil von rund 10 000 Euro entfällt auf die Stadt Bad Kötzting, die das Geld gleich als „Beitrag zum Konsolidierungsprogramm“ verbuchen kann, wie der Zandter Bürgermeister Ludwig Klement anmerkte. Unter Regie der Stadt ist nach seinen Worten manches sehr lasch behandelt worden. An die Adresse der Bad Kötztinger Räte fügte er wörtlich hinzu: „Das war der Grund für unser Misstrauen, dass manches nicht so läuft, wie es laufen soll.“

Lob und Wünsche

Dass er bei seinem Amtsantritt auf viele Vorbehalte gestoßen sei, räumte Vorsitzender Stefan Baumgartner gerne ein. Inzwischen habe sich jedoch gezeigt, dass im Schulverband alles im Lot sei. Das bestätigte auch Rektor Michael Aumann, der die Zusammenarbeit mit dem neuen Vorsitzenden trotz der räumlichen Entfernung lobte. Auch die Vertetung des Hausmeisters und die Mittagsaufsicht funktionierten bestens, ergänzte er.

Nach Mitteilung des Rektors liegt der aktuelle Schülerstand für das neue Schuljahr bei 327. Aumann rechnet mit mindestens 15 Klassen, es könnten aber auch 17 werden. Mit der Tablet-Klasse habe man so gute Erfahrungen gemacht, das im Herbst auch eine Regelklasse in den Genuss dieser modernen Ausbildung kommen soll. Die Nachfrage sei so groß, dass die Plätze ausgelost werden müssten.

Auf der Wunschliste des Schulleiters stehen ein separater Besprechungsraum, ein neuer Kopierer und die Entfernung der Sickersteine im Pausenhof, die immer wieder für Ärger und Schäden sorgen. Ebenfalls reparaturbedürftig: der Boden im Eingangsbereich und natürlich der Schulsportplatz samt Tartanbahn. Weil auch Gymnasium, Realschule, Förderzentrum und Grundschule die Anlagen nutzen, brachte Vorsitzender Stefan Baumgartner hier eine Lösung für die gesamte Schulfamilie unter Beteiligung des Landkreises ins Spiel.


aus der Kötztinger Zeitung vom 23.Juli 2015


 

 

 

 

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